Gute Laune Curry

Letzten Monat habe ich im Rahmen der Berlin Food Week meinen ersten Workshop gegeben und es hat richtig viel Spaß gemacht! Damit Ihr im Nachhinein auch noch ein Bisschen daran teilhaben könnt, habe ich ein paar Fotos und natürlich das Rezept für mein „Gute Laune Curry“, das wir beim Workshop gemacht haben, zusammengestellt.

Ein Curry, das gute Laune macht? Hört sich schräg an, wahrscheinlich. Aber der Hintergrund ist eigentlich ganz einfach.

In meinem Buch habe ich ja beschrieben, wie Ernährung und Emotionen miteinander zusammenhängen. Und da unser „Kopfhirn“ mit unserem „Bauchhirn“ verbunden ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass gut verdauliches, leckeres, gesundes Essen nicht nur im Bauch gut ankommt. Der Darm mit seinem riesigen Nervengeflecht sendet nämlich ständig Lageberichte an das Gehirn und beeinflusst somit auch das Wohlbefinden und die Laune. (Wer mehr darüber erfahren will, hier könnt Ihr mein Buch bestellen ;-)).

Besonders gerne hat unser Darm Ballaststoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind nämlich so robust, dass sie bis in den Dickdarm kommen (und nicht schon komplett im Magen oder Dünndarm verarbeitet werden). Und dort ist das größte Getümmel an Darmbakterien, die angeblich einen großen Anteil an der Kommunikation zwischen Bauch und Kopf haben. Wenn die Darmflora in Ordnung ist, gibt es nichts zu meckern und unsere Darmbakterien rufen „Guuude Laune“. Ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht, sinkt die Laune und Entsprechendes wird ans Kopfhirn weitergegeben.

Aber warum bescheren Ballaststoffe den Darmbakterien „Gute Laune“?

Wenn die Dickdarm-Bakterien Ballaststoffe aufspalten, entstehen Fettsäuren, die dem Dickdarm Energie liefern, Entzündungen hemmen und Darmwand und -Schleimhaut stärken. In so einem Umfeld fühlen sich die freundlichen Darmbakterien richtig wohl und vermehren sich. Wir haben eine stabile Darmflora. Haben wir hingegen zu wenige Ballaststoffe in unserer Ernährung, „verhungern“ die guten Darmbakterien, die Schleimhaut kann dünner werden und Entzündungen werden begünstigt. Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht.

Und was bringen Sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe sitzen vor allem in Schalen und Blättern von Pflanzen und wirken „antimikrobiell“, was bedeutet, dass sie schlechte Darmbakterien nicht leiden können. Außerdem aktivieren sie gute Darmbakterien, sind entzündungshemmend und haben ganz viele nützliche Inhaltsstoffe, die wir für verschiedenste Körperfunktionen (Immunsystem, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System u.v.m.) brauchen. Sie werden direkt über die Darmwand in den Organismus aufgenommen.

Ich glaube, jetzt dämmert Euch langsam, warum mein heutiges Rezept ein „Gute Laune“-Curry ist, oder? Seine Zutaten enthalten nämlich viele Ballaststoffe, Sekundäre Pflanzenstoffe und Weiteres, das unsere Darmbakterien und die Darmflora glücklich macht.

Die Stars sind in diesem Rezept u.a. Karotten, Mangold, Süßkartoffeln, Cashewkerne, Chili (der Schmerzreiz aufgrund der Schärfe lässt übrigens Endorphine ausschütten), Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Apfelessig und Kokosöl.

Erst mal eine Currypaste machen

Jedes gute Curry hat als Basis eine Paste. Von der kann man gleich ein bisschen was auf Vorrat machen. Und so geht die Paste für mein Gute Laune Curry:

Zutaten:

  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • ½ TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 EL Kurkumapulver (oder 1-2 cm frischer Kurkuma)
  • 3-4 cm Ingwer
  • 1 rote Chilischote
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Zitrone (Saft)
  • 2 Limetten (Saft + Abrieb)
  • 1-2 EL Kokosblütenzucker (oder Alternative)
  • 1 rote Paprika
  • 3 Schalotten
  • Salz

Zubereitung der Currypaste:

  1. Pfeffer, Koriandersamen und Kreuzkümmel kurz in einer Pfanne anrösten (so kommen die ätherischen Öle schön raus), anschließend Mörsern.
  2. Ingwer reiben, Paprika, Schalotten und Knoblauch grob kleinschneiden.
  3. Limettenschale reiben, anschließend Limetten auspressen.
  4. Zitrone auspressen.
  5. Jetzt alle Zutaten der Liste in ein Gefäß geben und mit dem Stabmixer zu einer Paste pürieren.
  6. Anschließend in ein ausgekochtes Marmeladeglas geben und immer wieder verwenden.

Die Paste schmeckt pur übrigens sehr intensiv und scharf, lasst Euch davon nicht abschrecken!

Das Gute Laune Curry-Rezept

So, jetzt komme ich endlich zum eigentlichen Rezept. Viel Spaß damit!

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 2 EL Kokosöl
  • 4 EL Currypaste (evtl. etwas mehr)
  • 4 Karotten
  • 1 Süßkartoffel
  • 3 Stängel Mangold
  • 1 kleine Zucchini
  • 2 Dosen Kokosmilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Limettensaft
  • Cashews und Koriander (zum Garnieren)

Das Curry schmeckt natürlich auch mit anderem Gemüse, z.B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Bambus, Kartoffeln, Auberginen, Spinat, Grünkohl, …

Zubereitung:

  1. Süßkartoffel waschen, schälen, in kleine Würfel schneiden und ca. 10 Min. kochen
  2. Mangold waschen, Stängel und Blätter in kleine Stücke schneiden. Getrennt voneinander zur Seite legen.
  3. Karotten und Zucchini waschen und in Scheiben schneiden.
  4. Kokosöl in einem Topf erhitzen.
  5. Currypaste hinzugeben.
  6. Karotten und Mangoldstängel darin 2 Minuten anschwitzen.
  7. Dann mit Kokosmilch ablöschen und 8-10 Minuten köcheln lassen.
  8. Gekochte Süßkartoffeln hinzugeben.
  9. Mangoldblätter dazugeben.
  10. Mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken, evtl. noch etwas von der Currypaste dazugeben
  11. 5-10 Minuten einkochen lassen.
  12. Servieren und mit frischem Koriander und Cashews garnieren.

Ganz toll passt dazu auch Hirse. Probiert’s mal aus und lasst es Euch schmecken!

Eure Steffi

PS: Danke an Matthias Fuchs für die Bilder vom Workshop!

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