Hafer – der Tausendsassa

Hafer

Es ist mal wieder Zeit für einen ausführlichen Beitrag zu einem einzelnen Lebensmittel. Und das heutige Thema habe ich schon lange auf meiner Liste. Es geht heute um Hafer.

Hafer ist eine der gesündesten Getreidearten die wir hier kennen und ich kenne eigentlich niemanden, der Hafer nicht mag. Er ist z.B. Zutat in fast jedem Müsli, Müsliriegel, Brot etc. und überzeugt auch Leute, die sonst nicht so sehr auf gesunde Ernährung achten.

Ich habe die letzten Jahre auf Hafer verzichtet, da ich mich strikt glutenfrei ernährt habe. Inzwischen bin ich (also mein Körper) jedoch etwas toleranter geworden und habe mich besonders gefreut, Hafer wieder in meinen Speiseplan einzubauen. Es ist nämlich von den glutenhaltigen Getreiden dasjenige, das am ehesten vertragen wird, da es den geringsten Anteil an Gluten hat. Bei mir klappt das gut, falls Ihr aber Zöliakie habt und sehr empfindlich reagiert, solltet Ihr das unbedingt mit Eurem Arzt checken. Hier eine Stellungnahme der DZG (Deutsche Zöliakie-Gesellschaft) zu dem Thema.

Nun aber zu den unzähligen Argumenten, die für Hafer sprechen:

Was ist drin?

Hafer ist von vorne bis hinten voll mit Inhaltsstoffen, die wir für eine gesunde Ernährung brauchen und die bei vielen Menschen heutzutage Mangel sind. Wie leicht also, z.B. mit einer Schüssel Müsli jeden Morgen für sich zu sorgen. Denn das alles ist im Hafer enthalten:

  • Eisen
  • Magnesium
  • Phosphor
  • Zink
  • Kupfer
  • Mangan
  • Vitamin B1
  • Vitamin K
  • Biotin (Vitamin H)
  • Folsäure (Vitamin B9)
  • Vitamin B5
  • Ungesättigte Fettsäure
  • Komplexe Kohlenhydrate/ Ballaststoffe
  • Hochwertiges Eiweiß
  • alle acht essentiellen Aminosäuren
  • Linolsäure

Haferflocken Großblatt

 

Welche positiven Eigenschaften hat Hafer?

Aufgrund der langen Liste oben hat Hafer wirklich Power und gibt uns diese weiter, wenn wir ihn regelmäßig essen. Das alles tun seine großartigen Inhaltsstoffen für uns:

  • Das Immunsystem wird gestärkt.
  • Die enthaltenen Ballaststoffe regulieren den Cholesterinspiegel und regen die Verdauung an. Da der Blutzuckerspiegel aufgrund der komplexen Kohlenhydrate nicht so sehr schwankt, bleiben wir lange satt, bekommen nicht so schnell Heißhungerattacken und die Fettverbrennung wird angeregt.
  • Die Konzentration wird verbessert.
  • Die Zellerneuerung wird angeregt.
  • Muskeln und die körperliche Leistungsfähigkeit werden optimiert.
  • Langanhaltende Energie wird geliefert.
  • Die Bildung von Serotonin (Glückshormon) wird angeregt.
  • Nerven und Schlaf werden verbessert.
  • Haut, Haare, Knochen, Zähne, Bindegewebe und Fingernägel werden gestärkt.

 

Wie kann man Hafer essen?

Haferflocken

Haferflocken sind wohl die Form von Hafer, die uns allem am geläufigsten ist. Wie sie entstehen, sieht man in diesem Sendung-mit-der-Maus-Video, in dem es richtig ausführlich und einfach erklärt wird.

Es wird bei Haferflocken außerdem noch unterscheiden in:

  • kernige Haferflocken, bei denen einfach die ganzen Haferkerne platt gewalzt werden,
  • zarte Haferflocken, bei denen der Haferkern erst klein geschnitten und erst dann gewalzt wird und
  • lösliche Haferflocken, die aus Hafermehl hergestellt werden.

Alle drei sind aber Vollkornprodukte, also alle gleich vollwertig. Hier geht es bei der Auswahl daher nur um persönliche Vorlieben.

Haferkleie

Haferkleie enthält den Keimling, die Randschichten des Korns (Frucht- und Samtschale) und die Subaleuronschicht (das, was den Mehlkörper einschließt). Kleie enthält dadurch noch mehr Nähr- und Ballaststoffe als Haferflocken. Man kann sie z.B. unter’s Müsli oder einen Smoothie mischen oder zum Backen verwenden.

Hafergrütze

Hafergrütze hört sich vielleicht nicht gerade einladend ein, es ist aber lediglich der klein geschnittene Haferkern. Man kann damit z.B. lecker Porridge, Overnight Oats, Eintöpfe oder Suppen machen.

Haferflockenmehl

Hafermehl ist einfach Grütze weiter zerkleinert zu Mehl. Man kann damit z.B. Brot backen, aber man sollte es aufgrund seiner Backeigenschaften nicht ausschließlich verwenden. 1/3 des Mehls in einem Rezept kann man aber gut durch Hafermehl ersetzen.

Hafermilch oder Haferdrink wird hergestellt, indem man den ganzen Haferkern mahlt, Wasser und Ferment (dadurch wird Stärke teilweise zu Zucker abgebaut) hinzufügt und das ganze dann abseiht.

Hafersprossen stellt man her, indem man Nackthafer (= spelzfreier Hafer) einweicht und in einem Sprossenglas 2 Tage lang sprießen lässt.

 

Rezepte mit Hafer

Ich habe schon einige Rezepte mit Hafer veröffentlicht. Die meisten davon sind eher süß:

>> Overnight Oats

>> Müsli

>> Porridge

>> Superbrot

>> Kaffee Freddo

 

Ich werde aber bald noch zeigen, was man Herzhaftes mit Hafer zaubern kann. Freut Euch darauf!

Haferflocken sind sehr gesund

Mehr über Hafer

Wenn Ihr noch mehr über Hafer wissen wollt, schaut doch mal bei der Kampagne „Hafer – die Alleskörner“ vorbei, die mich unter anderem zu diesem Artikel inspiriert hat! Dort findet Ihr wirklich Antworten auf alle Fragen!

 

„Ohne ist man nur ein halbes Pferd“

Zum Schluss noch ein kleines Schmankerl aus meiner schwäbischen Kindheit. Schon damals wusste ich, wie toll Hafer ist, denn meine Freunde Äffle und Pferdle haben mir das sehr gut vermittelt :)

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8 Kommentare

  1. Liebe Steffi,

    Ich habe gerade zufällig deinen Blog entdeckt und bin begeistert!
    Ein paar Rezepte habe ich mir schon zum testen rausgesucht ;-). Meine Ernährungsgeschichte ist deiner sehr ähnlich und ich sehe mich in vielen Punkten gespiegelt.
    Hafer mag ich auch sehr, allerdings vertrage ich den konventionellen selten, auch nicht als bio Produkt. Aber den glutenfrei zertifizierten vertrage ich!
    Hafer ist übrigens von natur aus glutenfrei, wird nur leider durch Kreuzkontamination bei der Ernte oder in der Produktionsanlage bei der Verarbeitung anderer glutenhaltiger Getreidesorten verunreinigt. Deshalb kann man als Zöliakie Patient oder als Mensch mit Glutensensitivität den glutenfrei zertifizierten Hafer durchaus essen.

    Lieber Gruss und Danke für die tollen Inspirationen,

    Aurora

    1. Liebe Aurora,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar, ich habe mich seeehr darüber gefreut!
      Es gibt übrigens inzwischen auch immer häufiger glutenfreie Hafermilch, falls Du das auch magst.

      Liebe Grüße,
      Steffi

    1. Liebe Anne,
      vielen lieben Dank für Deinen lieben Kommentar! Dann schau ich doch gleich mal bei Dir vorbei – so von Hafer-holic zu Hafer-holic ;-)
      Schönen Tag Dir!

      Liebe Grüße,
      Steffi

  2. Ein toller und informativer Artikel über Hafer, danke dafür! Da war einiges interessantes dabei, was ich noch nicht wusste und es regt mich dazu an, mal wieder mehr verschiedene Rezepte mit Hafer auszuprobieren! :)

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