I like: Ölmühle an der Havel

Ölmühle an der Havel - www.healthyhappysteffi.com

Da ich ständig so viele neue Menschen, Läden, Produkte, Cafés, Restaurants etc. kennenlerne und ich auch oft gefragt werde, wo man lecker und gesund einkaufen oder essen gehen kann etc., dachte ich mir, ich rufe eine neue Serie auf meinem Blog ins Leben. „I like“ wird sie heißen und ich stelle darin vor, was mir gefällt und was ich weiterempfehlen möchte. Das werden ganz persönliche Tipps sein, für die ich kein Geld bekomme oder so. Einfach nur eine Empfehlung von mir :-)

Und heute mache ich den Anfang mit der Ölmühle an der Havel.

Ich habe Frank, der mit seiner Frau Sabine die Ölmühle betreibt, vor einigen Monaten kennengelernt, als er seine Öle verkostete. Er hatte eine Ölmühle dabei, durch die er Leinsamen presste und aus der unten das köstlichste Leinöl floss! Schon allein der Duft hat mich angezogen und das Öl schmeckte natürlich richtig toll! So frisches Öl hatte ich bis dahin noch nie probiert. Ich habe mich sofort durch das gesamte Sortiment getestet und einiges mitgenommen.

Seit November haben die beiden nun ihre Manufaktur auf der Bergmannstraße in Berlin eröffnet, in der sie ihre Köstlichkeiten verkaufen. Dazu gehören u.a. kalt gepresste Öle (also in Rohkostqualität, unter 43°C gepresst), Kräuter, Gewürze, Tees, Pestos (alle vegan und aus den Resten der Ölpressung; ich liebe z.B. das Kürbiskern-Steinpilz-Pesto!) und wunderschöne Dinge für die Küche.

Die Rohstoffe für die Öle und Pestos beziehen sie von Bio-Bauern aus der Region und verarbeiten sie selbst (man kann dabei auch zusehen und ganz frisch gepresstes Öl probieren). Dabei werden keine Farbstoffe, Konservierungs- oder Aromastoffe zugesetzt. Richtig schön naturbelassen also.

Außerdem verarbeiten sie die Reste, die bei der Ölproduktion anfallen weiter (z.B. zu Kuchen, Keksen, Pestos etc.) und verkaufen diese sog. „Presslinge“ auch.

Ich finde, das ist eine tolle Philosophie, mit der die beiden Ihre Ölmühle betreiben und es macht richtig Spaß, ihnen zuzuschauen und zuzuhören, wenn sie darüber sprechen (ein Video findet Ihr z.B. hier).

Ölmühle an der Havel

Ich habe Frank daher ein paar Fragen gestellt, um noch mehr über die Hintergründe zu erfahren:

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine eigene Ölmühle zu betreiben?

„Sabine und ich haben uns schon immer für Kräuter interessiert. Zusätzlich hatte ich ein Job als Unternehmensberater wo ich immer auf Reisen war, in Hotels übernachtet und wollte etwas natürliches, normales aufbauen. Dann hatten wir erfahren wie raffinierte Öle hergestellt werden, die zerkleinerten Saaten werden in Hexan/Benzol eingelegt um das Öl zu extrahieren, dann wird mit Phosphorsäure entschleimt, mit Natronlauge entsäuert, mit Aluminiumsilikat gebleicht und dann noch mit 220° Wasserdampf „desodoriert“. Das ist wie pure geschmacklose Chemie. Dann haben wir eine Ölmühle besucht und mal probiert und sind von dem Geschmackserlebnis zu überzeugt gewesen das wir es eben selber machen wollten bzw. selber machen.“

Worauf legt Ihr besonderen Wert bei Euren Produkten?

„Uns ist ganz wichtig, das wir wissen wo die Saaten herkommen. Wir reden mit dem Bauern, wir sind transparent in der Herstellung, jeder kann in unserer Manufaktur zuschauen. Wir wollen „ehrliche“ Lebensmittel herstellen. Wir verwenden 100% unserer Saaten, es gibt kein Abfall. Wir stellen Leinsamenmehl, Walnussmehl und Aprikosenkernmehl her und backen ganz leckere Brownies oder Cookies oder Amarettini aus diesen Low Fat Mehlen. Natürlich sind diese Spezialitäten dann auch Gluten frei.“

Welches sind Eure persönlichen Lieblingsprodukte?

„Mein Lieblingsprodukt ist vom Drachenkopföl abgesehen unsere Pestos. Die schmecken mir immer wieder. Unsere Pestos sind aus Kürbiskernen gemacht. Nur natürliche Zutaten wie Petersilie oder Zitronensaft. Die Pestos sind vegan, glutenfrei und schmecken auch noch richtig gut. (trotz vegan  oder gerade eben deswegen) Von den Pestos ist mein Favorit das orientalische Pesto. Aber auch das Pesto mit Tasmanischem Pfeffer ist was ganz besonderes. Der Pfeffer schmeckt erst wie Kirsche und dann kommt ein leichte Schärfe.“

Welches sind Eure Bestseller?

„Mit Abstand ist unser Leindotteröl der Bestseller. Fast jeder der das Öl kostet findet den Spargelgeschmack ungewöhnlich und faszinierend. Dass dieses Öl dann auch noch ca. 30% Omega-3 ungesättigte Fettsäuren enthält, nicht bitter wird und eine uralte traditionelle Ölpflanze Nordeuropas war (Öl der Kelten) ist den meisten Kunden nicht bekannt. (Leindotter ist eine eigene Pflanze, die nicht einmal botanisch mit dem Lein verwandt ist).

Dann kommt natürlich unsere Pestos als Bestseller. Wir sind in letzter Zeit echt gefordert die nachgefragten Mengen zu produzieren.“

Habt Ihr Tipps für die Lagerung der Öle?

„Im Kühlschrank ist für unsere Öle die in Rohkostqualität (unter 43°C so dass die Aminosäuren erhalten bleiben) gepresst werden der Beste Lagerplatz. Nur Leinöl kommt gleich mit der Flasche in das Gefrierfach. Ich nehme es vor dem Zähneputzen raus, Esse mein Löffelchen zum Frühstück und dann kommt die Flasche wieder ins Gefrierfach. Da schmeckt das Öl immer noch so nussig wie frisch aus der Mühle und wird nicht bitter. Auch wenn man es mal einige Tage nicht benutzt.“

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, hier der Link zum Onlineshop der Beiden. Oder Ihr besucht sie einfach auf der Bergmannsfraße 104 in Berlin-Kreuzberg.

Ich hoffe, der Tipp hat Euch gefallen,

Eure Steffi

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